Wall of Fame ist eine filmische Inszenierung im Spannungsfeld von Sichtbarkeit und Opazität. Das Setting: ein Park bei Nacht, eine Freilichtbühne, die Videokamera dreht sich fortwährend um die eigene Achse. Die kurzen Momente, in denen die helle Bühne ins Bild fährt, werden von längeren Passagen des Blicks in den dunklen Park mit vereinzelten fernen Lichtern kontrastiert. Die Kamerabewegung inszeniert fließende Grenzen zwischen erleuchteter Bühne und dunklem Backstage, Szene und Schwarzblende, einem Ort der Exponiertheit und einem nebulösen Raum der Einbildung.
Das im Video inszenierte Handeln, zwei Maler weißen eine Graffitiwand, erscheint im Dunkel der Nacht als subversiver Akt. Es ist einerseits ein symbolisches Reset-Verfahren – das Wiederherstellen eines vermeintlich ursprünglichen Zustandes – aber auch Vorarbeit für eine folgende „Ausstellung“. Das Weißen der Wand ist meist ebenso im Graffiti die Grundlage für das öffentliche Zeigen von Bildern wie im tradierten Ausstellungsraum. Die weiße Wand als Projektionsfläche, als Hintergrundfolie. Mit der Handlung des Überstreichens schalten wir uns in den stetigen Vorgang des Über/Schreibens von Bildern und der damit verbundenen Konstruktion von Identität durch öffentliche Sichtbarkeit ein.
Eine Art Aufruhr, Galerie im Haus am Lützowplatz Berlin (2011)
Facing the Eye, D21 Kunstraum Leipzig (2009)
Querformat, Kunstverein Tiergarten Berlin (2009)
Welcome to the Ivory Tower!, HGB Galerie (2008/09)